.. wenn die Stimmen stimmen
Der Samtenser Frauenchor lässt gekonnt die schönsten Lieder tönen
Sie ist ist gut besucht, die Schlosskirche Putbus, als
am 24. Mai der Samtenser Frauenchor zum Konzert
bittet. Im Rahmen der traditionellen Veranstaltung bittet. Im Rahmen der traditionellen Veranstaltung "Musik im Park" haben sich viele Musikfreunde
und -enthusiasten aufgemacht, um auch diesen
Chor zu hören und zu sehen. Gleich mit dem "Viva la musica" erheben sich die Stimmen zu einem gemeinsamen Klangteppich, der das Publikum
gleichermaßen einstimmt und Erwartungen weckt. Die werden mit der heiteren Eigenkomposition "Hallo, schön, dass Ihr da seid" auf herzliche Weise
aufgegriffen und mit dem eindrucksvollen Singen von »Vogelsang« sowie »Frühsommerlied« zu jener
musikalischen Qualität geführt, die den seit 42 Jahren existierenden Chor auszeichnet. Herzstück sind dabei gelungene musikalischen Bearbeitungen von bekannten Liedern, Chansons, Popsongs, Schlagern, ja selbst von solchen Highlights, die bereits bereits zu Gassenhauern geworden sind
- wie »Veronika der Lenz ist da" oder »Mein kleiner
grüner Kaktus" der Comedian Harmonists. Sie bekommen einen musikalisch hochwertigen
neuen Klangboden mit Kraft und Schwung.
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| Foto: Mona Ballhorn |
Über
allem spürt man die ideenreiche und tonsichere
Führung von Alex Bergstedt. Er ist seit 2018 der neue Chorleiter. In Bleckede (Niedersachsen) geboren, und in Hamburg an der Musikhochschule
ausgebildet und dann als Musiker tätig, widmet er
sich nun dem Chorgesang.
Dienstag ist Chortag in
der Musiktagesstätte Samtens. Dort bekommen die Sängerinnen jene gesangliche Professionalität, die
sie sie in den
Stand setzt, Konzerte zu singen, die
beeindrucken und deshalb so publikumswirksam
sind. »Richtig singen«, so Alex Bergstedt, »ist eine
Frage der richtigen Technik, die jede erlernen und vervollkommnen kann«. So bekommen alle Frauen des Chores nicht nur eine Einführung in die Gesangstechnik, sondern auch eine Ausbildung der
Stimme, auf dass die Stimme voll, klar, ausdrucksstark und klangschön werde. Denn der Chorleiter
ist der Auffassung, dass das Singen nur »glücklich«
mache und »zum Nachdenken anrege«, wenn die
Stimmen stimmen!
Aber nicht nur das. Harmonisch müssen auch die eingesetzten Instrumente
mit dem Chorgesang zusammenwirken. Da sind die Gitarren (von Christina und Andrea), da ist das
Akkordeon (Daniela) oder da sind die Trommeln (Magrit), und da sind viele Übungsstunden, Chor- und Einzelproben, die Einsatzbereitschaft, Kraft, Wille und Konzentration erfordern. Denn es geht
darum, das Publikum zu begeistern. Ob nun
Sommer- oder Advents- und Weihnachtskonzerte,
ob Reisen im In- und ins Ausland, ob CD-Einspielungen, Fernsehaufnahmen, Video-Produktionen...
alles das muss in der angestrebten Oualität erarbeitet sein. Da nehmen die Sängerinnen weite Fahrstrecken in Kauf, längere Probezeiten und einsame Übungsstunden zu Hause.
An einen Höhepunkt der Aktivitäten des Samtenser Frauenchors denken alle besonders gern: Das 40jährige Jubiläum mit dem gefeierten Sonderprogramm unter dem Titel »40Jahre - wir sind ganz Chor. Da waren bereits Lieder dabei, die auch in Putbus gesungen
wurden, u.a. das beeindruckende Friedenslied aus
Ostpreußen aus dem Jahre 1908 »Zogen einst fünf wilde Schwäne". Dazu mit blitzsauberem Arrangement der Nena-Schlager »Wunder geschehen« von 1982, der ABBA-Song »Danke für die
Lieder« und das Volkslied: »Rügen, mein Heimatland«.
Nicht umsonst an den Schluss des Konzerts gesetzt: »Adiemus«. Das ist ein Musikprojekt des
walisischen Komponisten Karl Jenkins. Das
Schwierige an diesem Chorgesang sind die sprachlichen und die musikalischen Herausforderungen.
Denn Karl Jenkins hat eine eigene »Sprache« erfunden, die gesungen wird. Vielfach tauchen Wörter auf, die dem Lateinischen ähneln oder Sprachen, die so in Afrika gesprochen werden könnten.
Die kohärente Bindung von Worldbeat, New Age,
Klassik, Crossover, Ethno führen die Sängerinnen
in ungewöhnliche Taktfolgen und komplexe Rhythmusstrukturen, die erst einmal gesanglich
gemeistert werden müssen. Das machen die Frauen großartig. Da hört man die Ergebnisse gesanglicher Ausbildung und Sprecherziehung.
Erreichbar nur -wie die Sängerin Hella Lorenz hervorhebt - »durch ein starkes und herzliches Zusammengehörigkeitsgefühl und dass alle gleichberechtigt an Erarbeitung und Realisierung des
Samtenser Chorgesangs beteiligt sind«. Daher
auch das strahlende Lächeln aller bei jedem Konzert, bei jedem Ton, bei jedem Lied. Auf dass der Chor dem Lande in dieser Qualität noch lange
erhalten bleiben möge!- Wolfgang Dalk (im Kulturkalender MV 08/2026, Klatschmohnverlag)
